Arbeitsmentalität und die Klimakrise
[Juni 2026] Die große Hitze und neue Temperaturrekorde sind scheinbar geschafft. Doch die Erleichterung sollte nicht täuschen: In Zukunft werden wahrscheinlich noch heißere und längere Hitzeperioden zum Alltag gehören. Durch Bundeskanzler Merz werden wiederholt Forderungen nach mehr Arbeitsleistung laut, doch es stellt sich die Frage, wie sich das neben anderen Problemen unserer Zeit mit den lauernden Extremwettern vereinbaren lässt.
Was manche ältere Semester „Sommerwetter“ nennen, ist für Experten und vor allem junge Leute die Manifestation des abzusehenden Klimawandels. Nicht nur die Weltmeere werden immer wärmer, sondern auch die deutschen Städte. Die Jüngsten, Ältesten und kranke Menschen trifft das besonders hart. Aber auch der Großteil der Bevölkerung, nämlich Berufstätige, haben in ihrem Arbeitsalltag mit der Hitze zu kämpfen. Im Büro kann es da schonmal unangenehm werden, bei Arbeit im Freien gefährlich.
Ein Dorn im Auge etwa des Bundeskanzler ist bekannterweise die seines Erachtens gesunkene Arbeitsmoral in Deutschland. Friedrich Merz träumt von einer stärkeren Volkswirtschaftlich und er will den Laden mal wieder richtig „flott“ machen, wie er auf einer Pressekonferenz verlauten lässt. Nach Merz gelingt das nur durch mehr Effizienz und Arbeitsleistung, der arbeitenden Bevölkerung. Alternative Arbeitskonzepte wie die 4-Tage-Woche werden kategorisch abgelehnt.
Das kurzsichtige Verständnis von höher, schneller, weiter ist aber noch lange kein Naturgesetz. Im Umgang mit Hitze sollten wir uns etwas von den südeuropäischen Ländern abschauen. Denn nicht nur die Architektur ist besser auf die hohen Temperaturen abgestimmt, auch der Arbeitsalltag der Menschen passt sich daran an. Die Arbeitszeiten müssen auch hierzulande flexibel gestaltet werden können. Das bloße Ausrichten nach Zahlen und Graphen sollte vermieden werden. So wäre es etwa sinnvoll in der Frühe anfangen zu können und später weiter zu ackern. Über die heißesten Tagestemperaturen muss es dann aber auch mal gut sein. Was im vorhin angeführten Verständnis als Faulheit abgestempelt werden würde, nennt sich beispielsweise in Spanien Siesta.
Es braucht eine gesündere Grundeinstellung zur Arbeit. Nur darauf aufbauend können Konsequenzen für einen besseren Arbeitsalltag gezogen werden. Die junge Generation hat bereits mit ihren eigenen nicht immer selbstverschuldeten Herausforderungen zu kämpfen. Ganz groß dabei ist auch der Ausblick, dass der Klimawandel ihnen massiv die Zukunft verbaut. Dann wäre es doch nur fair ein Berufsleben zu ermöglichen, dass einigermaßen an die klimatischen Umstände angepasst ist und die menschlichen Bedürfnisse, wie körperliche Unversehrtheit, über das abstrakte Konstrukt einer nationalen Volkswirtschaft stellt.
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